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    Trend-Materialien für dein Zuhause: von Rattan bis Wiener Geflecht

    Verschiedene Möbelstücke aus Trendmaterialien Rattan, Wasserhyazinthe und Bambus

    von Katja Keweritsch - 29.05.20

    Wie, du hast nichts aus Wasserhyazinthe in deiner Wohnung? Etwas aus Bambus vielleicht? Nein? Dann aber husch! Geflochtenes ist das neue Hip.

    Rattan – nachhaltig, stabil und leicht

    Runde Lampe aus Rattan

    Ein Klassiker unter den Flechtwaren: Rattan. Es wird aus den bis zu zwei Meter langen Lianen der ostasiatischen Rotangpalme gewonnen. Die stabilen Stämme kommen als Möbelgestell zum Einsatz. Wichtig: Rattan ist immer ein handgefertigtes Naturprodukt. Unebenheiten und Farbunterschiede sind Teil der Optik und machen jedes Möbelstück zu einem Unikat.

    Die Vorteile von Rattan: Es ist sehr stabil, dabei aber wahnsinnig leicht. Möbel aus Rattan eignen sich prima, wenn du sie oft an verschiedenen Orten einsetzen möchtest. Weiterer Pluspunkt: Rattan ist ein schnell nachwachsender Rohstoff. Eine Rotangpalme erreicht innerhalb von fünf bis sieben Jahren ihre volle Größe. Das macht Rattan zu einem besonders nachhaltigen Material für Möbel und Accessoires.

    Gut zu wissen: Rattan ist nicht wetterfest! Es trotzt weder Regen, Sonne noch Schnee. Ganz im Gegenteil: Möbel aus Rattan werden rissig und spröde und neigen zu Pilzbesatz, wenn sie unbehandelt draußen stehen. Zudem enthält Rattan Gerbstoffe, die dazu führen, dass es sich verfärbt, wenn es in feuchtem Zustand mit Metall in Berührung kommt.

    Qualitätsmerkmale gut verarbeiteter Rattan-Möbel: Verbindungen aus Holzzapfen oder Leim, ein dichtes, engmaschiges Flechtwerk, glatte Fasern ohne raue Kanten. Tipp: Um das typische Knarzen von Rattan-Möbeln zu reduzieren, kannst du ein wenig in Wasser gelöstes Lederpflegemittel auf das Möbel aufsprühen.

    Der Unterschied zwischen Rattan und Polyrattan

    Gartensofa aus Rattan mit Tisch
    Loungemöbel aus Polyrattan

    Um es auf den Punkt zu bringen: Rattan ist ein Naturprodukt. Polyrattan ist ein Kunststoff, der aus Polyethylen besteht. Er wird genauso traditionell geflochten wie Rattan. Daher der Name: Polyrattan. Optisch muss zwischen beiden Produkten kaum ein Unterschied bestehen. Oft erhältst du Polyrattan allerdings dunkelbraun, grau oder schwarz gefärbt - so wirken preisgünstigere Modelle weniger künstlich. 

    Die Vorteile von Polyrattan: Es ist witterungsbeständig und pflegeleicht! Weder Sonne noch Regen können der Kunstfaser etwas anhaben. Deshalb kommt sie insbesondere beim Outdoor-Möbelbau zum Einsatz. Mit einem rostfreien Gestell aus Aluminium ist Polyrattan zudem recht leicht, so dass du den Standort von Lounge oder Sessel problemlos an den Sonnenstand im Garten anpassen kannst.

    Wiener Geflecht – eine zeitlose Art der Flechtkunst

    Lampe aus Wiener Geflecht
    Sideboard aus Holz und Wiener Geflecht

    Wiener Geflecht und die berühmten Kaffeehausstühle von Thonet – meist wird beides in einem Atemzug genannt. Dabei gibt es die berühmte Flechttechnik schon seit dem 18. Jahrhundert. Das Besondere: Sechs Stränge werden mit Längs-, Quer- und Diagonalbindungen zu einer Art Gitter verflochten, das trotz der hübschen Löcher engmaschig und fest ist.

    Wichtig: Wiener Geflecht bezeichnet lediglich die Art und Weise des Flechtens. Es gibt keinerlei Auskunft über das Material. Anfangs verwendeten Korbflechter regionale Rohstoffe wie Weide, Stroh- und Binsenschnüre. Erst später gelangte Rattan über die Kolonien nach Europa. Seitdem kommt beim Wiener Geflecht meist Peddigrohr zum Einsatz - das Innere der Rotangpalmentriebe, aus denen Rattan gewonnen wird.

    Die Vorteile von Wiener Geflecht: Es ist stabil und gleichzeitig sehr leicht und luftig. Du bekommst es inzwischen sogar als Meterware im Baumarkt, so dass  du es prima für DIY-Projekte einsetzen kannst – z.B. für Heizkörperverkleidungen oder als Schrankfront. Im Zuge der Retro-Welle feiert die zeitlose Ästhetik des Wiener Geflechts jetzt ein verdientes Comeback.

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    Korbmöbel – heimische Alternative zu Rattan

    Weidekörbe in verschiedenen Farben

    Ja, es ist verwirrend. Meist werden alle irgendwie geflochtenen Möbel als Korbmöbel bezeichnet. Unabhängig vom Material. Aber: Echte Korbmöbel bestehen ausschließlich aus den langen Ruten der Korb-Weide. Das bedeutet: Geflochtene Möbel aus Rattan, Bambus oder Wasserhyazinthe sind keine Korbmöbel.

    Der Vorteil von Korbmöbeln: Weidengeflecht ist leicht, sehr formstabil und fühlt sich toll an. Meist kommen nachhaltig in Europa angebaute Korb-Weiden zum Einsatz. Das bedeutet: kurze Transportwege und weder Pestizide noch Anti-Schimmelbehandlungen wie für lange Überseereisen in Schiffscontainern. Aus ökologischer Sicht sind Korbmöbel also top, was den schonenden Umgang mit Ressourcen angeht.

    Wichtig: Korbmöbel sind genauso wenig wetterfest wie solche aus Rattan. Um sie als Outdoor-Sofa oder –Sessel zu nutzen, musst du sie unbedingt versiegeln – entweder mit speziellen Lacken oder einer Lasur.

    Bambus – ein ökologischer Top-Player

    runder Spiegel aus Bambus

    Bambus kommt aus China. Die langen Transportwege bis zu uns sind aber auch schon der einzige Nachteil, den man dieser beeindruckenden Pflanze ankreiden kann. Denn: Bambus ist härter als Holz, sehr biegsam, leicht und verfügt sowohl über einen integrierten UV-Schutz als auch über antibakterielle Eigenschaften. Das macht Bambus-Möbel zu idealen Partnern für das Bad oder die Küche.

    Die Fasern von Bambusrohren können ganz unterschiedlich verarbeitet werden: Zu schmalen Strängen gezogen eignen sie sich prima für filigrane Flechtarbeiten. Komplette Rohre fungieren als Gestelle für Sitzmöbel oder Schränke. Und aneinander geleimte Fasern bilden Platten, die sich ähnlich verarbeiten lassen wie Bretter aus Holz.

    Schon gewusst? Biologisch gesehen gehört Bambus zur Familie der Gräser. Es ist also kein Baum. Und: Aus Umweltsicht ist Bambus ein Top-Player. Denn: Bambus produziert etwa 35 Prozent mehr Sauerstoff als eine vergleichbare Anzahl Bäume und absorbiert entsprechend mehr Kohlendioxid. Es wächst unglaublich schnell - einige Arten erreichen schon nach fünf (!) Monaten ihre maximale Höhe. Plus: Bei der Bambusernte stirbt nicht die ganze Pflanze so wie es bei Bäumen der Fall ist. Dank des riesigen Wurzelsystems wächst Bambus einfach wieder nach.

    Wasserhyazinthe – aus einem Unkraut werden Möbel

    Beistelltisch aus Wasserhyazinthe
    runder Korb aus Wasserhyazinthe

    Ursprünglich stammen Wasserhyazinthen aus Südamerika. Heute wuchern sie aber vorwiegend in den Flüssen und Seen Asiens, wo sie sich rasch vermehren und die Gewässer verstopfen. Ein Super-Unkraut, dessen Biomasse sich unter günstigen Bedingungen innerhalb weniger Tage verdoppelt. Möbel und Accessoires aus Wasserhyazinthe stellen eine Möglichkeit dar, den frei verfügbaren Rohstoff sinnvoll zu verwerten. Positive Wirkung: Ernte und Aufbereitung geben Menschen in den Herkunftsländern Arbeit.

    Seegras – Klimaretter aus dem Meer

    Aufbewahrungskörbe aus Seegras
    Aufbewahrungskorb aus Seegras

    Für die Unterwasserwelt ist Seegras unentbehrlich: Es speichert Kohlendioxid und steuert so der Klimaerwärmung entgegen, reinigt das Wasser von Schadstoffen und ist Lebensraum für viele Meerestiere. Zur Herstellung von Möbeln und Accessoires werden Seegras-Pflanzen getrocknet, geflochten, gewebt oder gewickelt. Achtung: Die Seegrasbestände sind weltweit bedroht. Achte deshalb beim Kauf von Produkten aus Seegras unbedingt auf ein Öko-Siegel. Denn ohne Seegras wird das Meer irgendwann einer trüben Brühe gleichen.

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